Frequently Asked Questions

Was ist webbasierte Software?

 

Software as a Service, kurz SaaS, ist nicht einfach webbased Software, wie das Prinzip im SAP- und Microsoft-Umfeld gerne bezeichnet wird. Es handelt sich dabei auch nicht um einen gehosteten Server, sondern um eine grundlegend auf die Möglichkeiten und Vorteile des Internets (webbased) ausgelegte Software- und Systemarchitektur mit dazugehörigem Geschäftsmodell.

 

Die Grundidee ist denkbar einfach und jedem Internetnutzer bekannt. Jedes Mal, wenn man ein Produkt auf Amazon.com kauft oder zum Beispiel eine Suche in Google startet, wird Software benutzt, die als Service zur Verfügung gestellt wird. Die Millionen von Anwendern benutzen in diesen Fällen dieselbe Anwendung auf einer gemeinsamen Infrastruktur und verwenden nichts anderes als den Webbrowser, um mit der Applikation zu arbeiten.

Genau dieses Prinzip wird den vielen Business-Anwendungen zugrunde gelegt, die unter Namen wie Software as a Service, Software On Demand, Business Web oder Enterprise Web 2.0 angepriesen werden. 

Worin besteht der Nutzen webbasierter Software?

 

Webbasierte Software bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, Geschäftsprozesse zu optimieren. Die Produktivität wird erhöht, die Kommunikation vereinfacht und Kosten gespart. Vor allem bieten webbasierte Lösungen auch das Potenzial, verschiedene Anwendungen zusammenzuführen und daraus neue Anwendungen zu erzeugen. Klassische Client-Server-Systeme hingegen bieten hier deutlich weniger Flexibilität und Entwicklungspotenzial.

Was kann webbasierte Software leisten und wo liegen die Unterschiede?

 

Der Kunde ist immer, wenn er die Anwendung benützt, mit dem SaaS Anbieter in Kontakt. Er nutzt die Anwendung eben als Service und "erlebt" diesen Service daher bei jeder Nutzung. Das ist beim Softwareanbieter anders. Ist das Produkt einmal ausgerollt und die Enduser geschult, bleibt der Kontakt auf ein paar wenige Punkte beschränkt. Ich spreche hier nicht von unbedingt von Usability  sondern vielmehr von Verlässlichkeit und Verfügbarkeit, für die der SaaS Anbieter weitgehend verantwortlich ist, während das beim Softwareanbieter nicht, oder nur reduziert der Fall ist.

 

Um diese erwartete Servicequalität liefern zu können, genügt es nicht, einfach bei irgendeinem Feld-,Wald- und Wiesenhoster einen virtuellen Server zu mieten. Es muss in der Regel viel in eine Online Infrastruktur investiert werden, um die vom SaaS-Modell geforderte Multi-Tenant Architektur zu bedienen. Das sind technische und betrieblich/organisatorische Herausforderungen, denen sich der klassische Softwareanbieter bisher nicht stellen musste und die heute von den meisten, die erste SaaS Gehversuche unternehmen unterschätzt werden.

Was bedeutet Installation On-Demand, On-Premise und On-Site?

 

On-Demand = Hier kommt die Software als Service beim Kunden an. Der Anbieter betreibt die Software auf Servern in einem Rechenzentrum, der diese auf Anfrage (on-Demand) zur Verfügung stellt und skaliert.

 

On-Premise = Hier erhält der Kunde das Softwarepaket inklusive einer Lizenz und kümmert sich selbst um das Hosting der Software, z.B. bei einem Hostingprovider, bei dem schon die Unternehmenswebsite gehostet wird.

 

On-Site = Hier wird die Software auf Servern im Unternehmen vom Anbieter selbst oder einem Partner installiert. Die Verteilung findet über das LAN des Unternehmens statt.

Wo werden meine Daten gespeichert?

 

Bei webbasierten Softwarelösungen ist der Ort der Datenspeicherung von der eingesetzten Infrastruktur des Anbieters abhängig. Setzt der Anbieter auf Cluster, kann der Anbieter oft selbst nicht genau bestimmen, wo Daten abgelegt werden. Bei unternehmenskritischen Daten und Anwendungen sollte darauf geachtet werden, dass Daten physikalisch und juristisch sichergestellt werden können. Darum - sprechen Sie mit Ihrem Anbieter über Back-up Angebote, Speicherort von Daten und Datenübergabe nach Kündigung des Services.

Sind meine Daten bei der Übertragung geschützt?

 

Die meisten Softwareanbieter stellen ein SSL Zertifikat und eine Verschlüsselung zur Verfügung. Bei einer Anfrage sind Ihre Eingaben dann durch eine hohe Verschlüsselung (z.B. 128-Bit SSL-Verschlüsselung) vor unberechtigtem Zugriff geschützt.

Was geschieht mit meinen Daten nach dem ich gekündigt habe?

 

Bevor man ein Vertragsverhältnis abschließt, sollte geklärt werden, wer bei Verlust oder Beschädigung von Daten die Verantwortung trägt oder was im Falle einer Kündigung mit den Daten passiert und ob man problemlos auf ein anderes System mit seinen Daten wechseln kann. Eine zentrale Fragestellung ist auch die, welche Vertragspartei die Verantwortung trägt, wenn Daten an unberechtigte Dritte geraten. Bei webbased Software oder SaaS handelt es sich um ein relativ neues Modell der Vermarktung von Software, deshalb gibt es noch keine eindeutigen rechtlichen Grundlagen und die Vertragsgestaltung ist weitgehend noch offen. Wenn es sich um internationale Anbieter handelt wie z.B. Salesforce.com, bei dem die sensiblen Daten der Unternehmen im Ausland, also in den USA lagern, ist zu berücksichtigen, dass dort und in verschiedenen Ländern andere Gesetze gelten. Das internationale Recht ist jedoch noch lange nicht für solche länderübergreifenden Konstruktionen angepasst. Für ein Vertragsverhältnis ist die Zuverlässigkeit, die Vertrauenswürdigkeit und das Know-How des Anbieters entscheidend, da dieser mit sensiblen Kundendaten vertraut wird, die bei Missbrauch den Erfolg eines Unternehmens negativ beeinflussen können.